top of page
  • AutorenbildKarl Obermann

Digitalisierung in der Metallbearbeitung – gehört zusammen mit Automatisierung

Die umfassende Digitalisierung der Produktion in der Metallbearbeitung steht noch bevor. Was wir heute meist vorfinden sind Insellösungen. Aber immerhin, es sind gute Ausgangspunkte, um weiter fortzuschreiten. Darum hat die Stuttgarter Messe einen Trendbericht herausgegeben. Dessen wesentliche Aussagen sind hier mit eingearbeitet.

Im Jahr 2024 sind die Themen Industrie 4.0 und IIoT keine Unbekannten in Maschinenbau und Metallbearbeitung. Bildnachweis: Landesmesse Stuttgart GmbH
Im Jahr 2024 sind die Themen Industrie 4.0 und IIoT keine Unbekannten in Maschinenbau und Metallbearbeitung. Bildnachweis: Landesmesse Stuttgart GmbH

Soviel kann man sagen, die Systeme sind bereits ausgereift und warten auf ihren Einsatz. Sie bringen integrierte Lösungen, weg von den Schnittstellen und sie schaffen es zu automatisieren. Dass die hier genannten konkreten Beispiele einzelne Firmen nennen, sollte einen nicht wundern. Es wird einfach ein wenig griffiger dadurch.

Als Beispiel für eine integrierende Software nennt der Autor des Ursprungsartikels "Evomecs". Die Evomecs-Software integriert viele relevante Bestandteile eines zerspanenden Unternehmens, wie ERP-Systeme, CAM-Systeme, Werkzeugvoreinstellgeräte, Werkzeuglager, Lagersysteme überhaupt, CNC-Maschinen und sogar manuelle Arbeitsplätze.


Produzierende Unternehmen müssten immer schneller und effizienter fertigen. Gerade bei der Produktion von kleinen Stückzahlen entstünde dabei ein enormer Kommunikations-und Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand, der zudem leicht zu teuren Fehlern und Schäden in der Fertigung führen kann und ein hohes Maß an Fachkompetenz entlang des kompletten Fertigungsprozesses benötigt. Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels müssten Unternehmen optimieren, automatisieren und damit auch digitalisieren, ist man sich bei Evomecs sicher.


Mithilfe der Evomecs-Software entstünde ein wertvoller Datenschatz, der prinzipiell die Grundlage für verschiedenste Anwendungen beispielsweise der künstlichen Intelligenz sein kann. Nutzer können sich Informationen aus der Fertigung generieren lassen, die zur Optimierung der Prozesse herangezogen werden könnten. Gearbeitet wird in München derzeit an Konzepten, die Datenanalysen, Prozessoptimierungen, Planungs-Forecasts aber beispielsweise auch die auf Spracheingabe gestützte Steuerung der Fertigung ermöglichen.


Zu den Herausforderungen gehören jedoch noch immer bei Anwendern ein umfassendes Verständnis der strategischen Beweggründe, der erforderlichen Umstellung der Denkweise auf eine flüssige, flexible Simulationstechnologie zu erreichen. Am Ende, so das Unternehmen, lohne sich die materialspezifische Modellierungs- und Simulationstechnologie. Die US-Amerikaner erhalten dieses Feedback bereits heute aus der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und der orthopädischen Medizintechnik.


Nun zu einigen Details


Wo die Späne fliegen wird Geld verdient. Werkbild: Messe Stuttgart
Wo die Späne fliegen wird Geld verdient. Werkbild: Messe Stuttgart

Werkzeuge verwalten

Die Digitalisierung gehört auch für die Grob-Werke zum Arbeitsalltag. Zur AMB in diesem Jahr habe man den digitalen Werkzeugkreislauf im Fokus. Dieser sei besonders relevant, um sinnvoll gegen steigenge Produktionskosten anzugehen . Daher widmet sich der entsprechende Bereich des Familienunternehmens aus Mindelheim in diesem Jahr der Automatisierung von Prozessen rund um das Werkzeug.


Durch zahlreiche Kooperationen mit Herstellern von Werkzeugverwaltungssystemen und Voreinstellgeräten bietet Grob Anwenderinnen und Anwendern die Möglichkeit, sich deutliche Kosteneinsparungen im Umgang mit Zerspanungswerkzeugen zu sichern. Die zugrundeliegende Lösung nennt sich GROB4TDX und ermöglicht die Digitalisierung des Werkzeugkreislaufs in der gesamten Produktion, unabhängig vom Maschinenhersteller. Dies sei ein essenzieller Schritt hin zu einer kostengünstigen und ressourcenschonenden Produktion, so das Unternehmen.


Ein weiterer Maschinen-Hersteller betont neben der Hardware auch Neuerungen im digitalen Bereich. MTE Deutschland produziert Bettfräsmaschinen und Fahrständermaschinen. Auf der AMB in Stuttgart wird die Starrbettfräsmaschine SBM 8000 ausgestellt. Sie heißt so, da der über Flur montierbare starre Tisch für eine hohe Grundstabilität sorgt.


Einen bedeutsamen Schritt in Richtung Digitalisierung in der Fertigungsindustrie sieht man in Montabaur jedoch aus einem anderen Grund: Diese Maschine ist mit der neuesten Steuerung von Heidenhain TNC 7 ausgestattet. Eine Technik, die Funktionen bietet, um sowohl Effizienz als auch Produktivität in der CNC-Bearbeitung signifikant zu steigern, lautet die Aussage.


CAD/CAM-Daten werden nahtlos integriert, wodurch die Programmierung von Werkstücken schneller und präziser wird. Die intuitive Multitouch-Bedienung und die grafische Benutzeroberfläche erleichtern die Bedienung und verbessern die Benutzererfahrung erheblich. Darüber hinaus bietet die TNC 7-Steuerung eine Reihe von Smartfunktionen, wie etwa die automatische Werkstückantastung und die grafische Unterstützung beim Ausrichten von Spannmitteln. Diese Funktionen vereinfachen den Einrichtungsprozess und optimieren die Arbeitsabläufe. Ergebnis sei mehr Effizienz und Präzision, so der Anbieter.


Digitale Geschäftsmodelle - Ein Schlagwort

Schlanke Arbeitsabläufe hat auch ein noch junges Unternehmen im Sinn. Spanflug Technologies ist eine Ausgründung der Technischen Universität München und des Instituts für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften. Die Gründer Markus Westermeier und Adrian Lewis verfolgen den Plattform-Ansatz: Sie versammeln Fertigungsbetriebe, die in einem digitalisierten Workflow Teile produzieren.


Mittlerweile besteht das Netzwerk aus mehr als 300 qualifizierten Fertigungspartnern aus Deutschland und Österreich. Unter ihnen, so das Versprechen, finden Nutzer den idealen Lieferanten für jedes CNC-Teil und produzieren bzw. liefern es ab sechs Arbeitstagen. Da auch die Angebotserstellung für Dreh- und Frästeile viel Zeit und Ressourcen kostet, lautete die Überlegung hinter dem Geschäftsmodell, dass die Automatisierung administrativer Aufgaben deutlich einfacher sein könne als die Optimierung der Fertigung selbst.


Heute bietet die Plattform zwei Zugänge: Eine Beschaffungslösung für Anwender und eine Angebotslösung für Lohnfertiger. Erstere sollen Kosten und Fertigungszeiten für die zerspanende Bearbeitung sparen. Hersteller profitieren bei der Nutzung der Plattform vom Verzicht auf aufwendige IT-Projekte und große Investitionen. Die Gründer, sind stolz darauf, Bauteilbedarfe mit spezialisierten Fertigungsbetrieben und ihren mehr als 6.000 Maschinen zusammenzubringen. Die digitale Plattform ermögliche den effizientesten Einsatz wertvoller Ressourcen im Netzwerk, Lasten auszugleichen und Stillstände zu vermeiden.


Zur durchgängigen Digitalisierung gehört auch die Automatisierung. Für beides gibt es heute sichere Software. Werkbild: Messe Stuttgart.
Zur durchgängigen Digitalisierung gehört auch die Automatisierung. Für beides gibt es heute sichere Software. Werkbild: Messe Stuttgart.

Lagerbestände im Blick

Software-Lösungen optimieren auch den Bestellprozess von Materialien, die bearbeitet werden sollen. Beispiel Bikar Aerospace: Seit 2016 hat sich das Unternehmen als Metall-Servicecenter für die Luft- und Raumfahrtindustrie positioniert. Alle Services rund um die Materialbeschaffung, -vorbereitung und -lieferung werden aus einer Hand angeboten. Das Ziel lautet, schnellstmögliche Reaktionen auf Materialabruf und -planung von Anwendern zu bieten.


Ein Contract-Monitoring-Tool stellt Echtzeitdaten von Lagerbeständen zur Verfügung und ermöglicht einen ständigen Abgleich der an einzelnen Standorten benötigten Waren mit den Lagerbeständen bei Bikar. Dieser Forecast Monitor gewährleistet jederzeit einen sicheren Überblick über die Lieferkette. So können Nutzer frühzeitig auf Unwägbarkeiten des Weltmarkts reagieren. Ziel ist es, mit der Entwicklung eigener Softwarelösungen und einer intelligenten Vernetzung der Anlagen den Weg in die digitale Zukunft des Metallhandels zu ebnen.


Diese Beispiele mit unterschiedlichen Ansätzen zur Digitalisierung der Metallbearbeitungsbranche zeigen, trotz mancher Zurückhaltung, die Breite des Marktes. Dies wird auch auf der AMB in diesem Jahr vom 10. – 14.09.2024 in Stuttgart deutlich werden. Digitale Konzepte werden sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung ziehen und Werkzeugmaschinen und ihre Steuerungen, Automatisierungslösungen rund um die Maschinen, eingebettete Messtechnik und kollaborative Robotik miteinander vernetzen. So bringt die Digitalisierung die Branche voran auf dem Weg nachhaltiger und effizienter zu produzieren und im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.


Dieses nur ein kleiner Überblick zum Thema. Dass es mehr gibt und vielfältigeres, ist klar. Da die Messe, AMB, dieses Thema aber nach vorne schiebt, sei hier schon einmal darauf hingewiesen.



Über die AMB

Seit 1982 präsentiert die AMB die Highlights der internationalen Metallbearbeitungsindustrie. Auch 2024 ist sie fester Bestandteil in den Terminkalendern der Branche - in diesem Jahr vom 10. bis 14. September. Sie ist Marktplatz und Treffpunkt der spanabhebenden Metallbearbeitung, auf dem in sämtlichen Facetten neueste Produkte, Technologien, Innovationen, Dienstleistungen und Konzepte präsentiert werden.). Weitere Informationen unter www.amb-messe.de

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page