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  • Karl Obermann

SPS 2022: Ein Fest für Techniker

Vom 08.11. bis zum 11.11.2022 fand in Nürnberg die SPS 2022 statt. Nach der Corona bedingten Pause eine große Freude für alle, die an Automatisierung und IT interessiert sind. So auch die ECAD-Konstrukteure. Dieses Thema wurde in diesem Jahr mehr als früher als integraler Bestandteil des Betriebsprozesses erfahren.

Elektro-CAD oder auch CAE, hat durchaus eine Rolle gespielt auf dieser Messe, jedoch nicht mehr so abgegrenzt wie früher.
Elektro-CAD oder auch CAE, hat durchaus eine Rolle gespielt auf dieser Messe, jedoch nicht mehr so abgegrenzt wie früher.

Stark auffällig die Firma Microsoft, die früher eine reine IT-Firma war, mit entsprechendem Publikum – bis hin zum amerikanischen Präsidenten Obama während einer Hannover Messe. Heute sind die Techniker die Partner dort. Recht sachlich saßen sie in Boxen – dort Unterstände genannt – und haben die Kunden mit dem Neusten bekannt gemacht. Bescheidener als früher, das muss man sagen, „nicht so laut vor Jericho“. Trotzdem oder gerade deswegen kam man schnell zum Punkt.


So zeigt die führende Fachmesse für Automatisierung spannende Technologien – vom einfachen Sensor bis zur intelligenten Lösung, vom heute Machbaren bis zur Vision einer voll digitalisierten Industriewelt. Microsoft war, zusammen mit zahlreichen Partnern und Kunden auch in diesem Jahr mit einem eigenen Stand vertreten.


Wie kann die Technologie Unternehmen helfen, die digitale Transformation voranzutreiben? Und wie sehen agile und nachhaltige Fabriken in der Zukunft aus? Am Messestand begrüßte man zwölf Partnerunternehmen, die Antworten auf diese und weitere Fragen lieferten sowie ihre Automatisierungslösungen zu Schwerpunktthemen wie Industrial Metaverse. Nachhaltigkeit, Product Lifecycle Management (PLM) und der Agile Factories auf Basis von Microsoft-Technologien gezeigt haben: All for One Group, Arvato, codestryke, Device Insight, Leadec, MHP, Process Automation Solutions, PTC, PwC, Rockwell Automation, Sematicon sowie die Software AG.

Mit Bosch, vertreten durch seine Startup-Tochter, grow platform GmbH, ist auch ein Preisträger des letztjährigen Microsoft Intelligent Manufacturing Award (MIMA) dabei gewesen.


Microsoft hat sich in Nürnberg durchaus "ingeneurig" gegeben. Beide Welten berühren sich durchaus.
Microsoft hat sich in Nürnberg durchaus "ingeneurig" gegeben. Beide Welten berühren sich durchaus.

Universelle Interessen

So ähnlich wie bei Microsoft, jedoch aus anderer Richtung kommend, sah es bei Dassault Systémes aus. Die weltweit agierende CAD/CAM/PDM Companie ist mittlerweile längst ins globale Denken hineingewachsen. Das Unternehmen versteht sich als Teil einer Gesellschaft, die sich zunehmend um die Nachhaltigkeitsthemen bemüht und stellt für das operative Vorgehen die nötigen Tools zur Verfügung. Dazu gehört auch ECAD...


…Die SOLIDWORKS Electrical Suite für die integrierte mechanische Konstruktion wurde für interdisziplinär arbeitende Projektteams entwickelt. Der Einsatz ermöglicht es, elektrische Konstruktionen und Schaltpläne zu erstellen und diese innerhalb der mechanischen Konstruktionsumgebung umzusetzen, um anschließend die Verkabelung, einschließlich der Konfiguration und Positionierung von Kabeln und Kabelbäumen zu automatisieren. SOLIDWORKS stellt dabei ein ganzheitliches mechatronisches Produktdatenmodell bereit, mit den Teile-, Baugruppen und Produktdaten über die mechatronischen Disziplinen hinweg assoziativ geändert und aktualisiert werden können. Zunächst aber einmal zum systematischen.


Ein Wissensgebiet, welches durchaus noch nicht ausgeschöpft ist: Sensoren.
Ein Wissensgebiet, welches durchaus noch nicht ausgeschöpft ist: Sensoren.

Transparenz schaffen

Dassault Systémes hat eine Studie vorgelegt, welche die Transformation des Fertigungssektors beschleunigen und zugleich nachhaltige Ergebnisse schaffen soll.

Die Auswertung der Studie ergab:

  • Nachhaltige Konstruktion wird zum festen Bestandteile des Dialogs zwischen Verbrauchern und Unternehmen. In diesem Rahmen streben akademische Einrichtungen mit Kurzstudienprogrammen und Informationsveranstaltungen eine Vorreiterrolle an.

  • Der Mechatronik-Bereich hat die aktivste Community in den sozialen Medien und weist mehr Emotionalität und Engagement auf als alle anderen Bereiche zusammen. Dies verdeutlicht, wie technische Themen vor allem durch Videos oder andere anschauliche Formate für ein jüngeres Publikum zugänglich gemacht werden können.

  • Die additive Fertigung verzeichnete 55.100 Diskussionen mit mehr als 278.000 Beiträgen in englischer Sprache. Dominiert wurden diese von Unternehmen und Hochschulen zu akademischen Veröffentlichungen, neuen innovativen Anwendungsmethoden, laufenden Projekten sowie Werbematerialien von Unternehmen.

  • Data Science wird vorwiegend auf einem hohen Niveau diskutiert. Der Fokus liegt auf Zertifizierungen der Industrie oder auf offenen Stellen für Data Scientists. Nur wenige Hochschulen und Unternehmen thematisieren diese Kompetenz in den sozialen Medien, obwohl sie für ihr zukünftiges Geschäft von entscheidender Bedeutung ist.


Zusätzlich zu dieser Analyse ergreift Dassault Systémes Maßnahmen, um die notwendigen Kompetenzen zu entwickeln, auf deren Basis aus der Entwicklung von Produkten schlussendlich die Entwicklung nachhaltiger Erlebnisse hervorgeht. Hierzu wird das Ökosystem aus Schulen, Ausbildungsstätten und Kunden über mehrere Kanäle eingebunden, beispielsweise über eine Serie an e-Books über Qualifikationen und Kompetenzen sowie eine akademische Online-Community, in der Experten Best Practices miteinander teilen.


Auf der Messe nun zeigte 3DS, wie produzierende Unternehmen mit der 3DEXPERIENCE Plattform nachhaltige Innovationen entwickeln können. Der Software-Spezialist präsentiert unter anderem cloudbasierte und abteilungsübergreifende Produktentwicklung im Eco-System aller Prozessbeteiligten. Modellbasierte virtuelle Zwillinge ermöglichen eine kontinuierliche Optimierung jeder Prozessphase. Dies umfasse Anforderungsdefinition und Design, aber auch Produktion und Service.


Jede Menge Neues

Machineering hat auf der SPS erneut seine ausgefeilten Möglichkeiten der digitalen Fabrikplanung und Simulation gezeigt, mit vielen Beispielen aus der reichlich vorhandenen Praxis.

In IPhysics 3.2 sind viele Weltentwicklungen der Simulationssoftware integriert, von denen die Anwender ab sofort profitieren werden. „Wir stehen im ständigen Austausch mit unseren Kunden und versuchen die Wünsche und Anforderungen so schnell wie möglich umzusetzen", sagt Dr. Georg Wünsch, Gründer und CTO von machineering.


Die digitale Fabrik ist kein Hexenwerk und dennoch schnell, wie machineering in der Halle 6 zeigte.
Die digitale Fabrik ist kein Hexenwerk und dennoch schnell, wie machineering in der Halle 6 zeigte.

Was ist neu in IPhysics 3.27


  • Die Antriebsbibliothek wurde um weitere Standardprotokolle wie CAN-Open CiA 402, Sercos Motion, ProfiDrive und zahlreiche spezifische Implementierungen der Hersteller wie Festo, SMC, SEW, Siemens, Danfoss, B&R usw. erweitert.

  • Das Siemens RFID-IDENT-Protokoll zur Nachbildung der Datenspeicherung im Material über RFID-Tags wurde umgesetzt.

  • Diverse Firmwarekommunikation wurde nachgebildet wie z. B. Kamera von Keyence XGX, Laserbeschriftungseinheit oder DMC-Reader, Barcode-Scanner von Datalogic.

  • Ab sofort können auch kontinuierlichen Medien wie Folien, Gummi, Papier und ähnliches zur Nachbildung von Spul- und Wickelprozessen simuliert und somit ins Modell integriert werden.

  • Die Connectivity zu PLC von Mitsubishi und Omron sind ab sofort sichergestellt.

  • Die Integration ins CAD zur weiteren Steigerung der Wiederverwendbarkeit von Teilmodellen wurde weiter optimiert.

  • Änderungen aus der Konstruktion können nun noch besser nachgeführt werden.

  • Verbesserung und Aufwertung der Technology-Plugin-Schnittstelle für die Integration von 3rd-Party-Technologien

  • Webbasierte Variablentabellen zum Forcen und Watchen von Variablen sind ab sofort über den Webbrowser verfügbar.

  • Die Oberfläche wurde zur Verbesserung der Ergonomie überarbeitet.

  • Zudem bietet machineering ein neues Support- und Helpdesk mit Online-Dokumentation.


Zum guten Schluss....

...kann man sagen, die SPS war nicht nur eine schöne, sondern auch eine erfolgreiche Messe. Schon am ersten Tag strömten Fachbesucher aus aller Welt nach Nürnberg, um die rund 1.000 Aussteller zu treffen. Das Messegelände war mit 112.000 qm belegt. Die Anzahl der Besucher betrug rund 44.000. Neben den Produkten gab es ein spannendes Rahmenprogramm. Wenn die SPS einmal die Messe für CAE-Systeme war, so sind diese jetzt Teil von größeren Systemen und Prozessen. Das muss kein Fehler sein.


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