• Karl Obermann

Das hat man nun davon

Die globale Wirtschaft ist ein Segen, oder doch nicht. In den vergangenen Jahren stand das Erstere außer Frage. Geld sparen, Geld sparen, Geld sparen. Und das hat man u.a. gespart, indem man möglichst viel Produktion ins Ausland verschoben hat.

Ob die das nun besser oder schlechter konnten, Hauptsache billiger! Die Manager, die das zu verantworten hatten, waren meistens bald ohnehin nicht mehr da. Neue Firma, gleiches Spiel.



So manchen Mittelständler ist es allerdings schon bald aufgefallen: Die Qualität stimmt nicht. Und das Nacharbeiten ist bald so teuer wie die Produktion hier. Damit's keiner merkt, geht das Spiel so, dass die Produktionskosten eben auf die Kostenstelle Produktion gebucht werden und die Nacharbeitskosten auf die Kostenstelle Service.

So bekommt der Manager für seine niedrigen Produktionskosten eine Prämie und der Betrieb als Ganzes steht schön blöd da.


Dann hat sich das Rad noch weiter gedreht: Ganze Produkte wurden an fernöstliche Firmen übergeben und dann hier eingekauft. Nicht nur Spielsachen, auch Computer und Steuerungen, Chips usw. Der größte Hammer, in dieser Hinsicht, war der Verkauf von Kuka an China. Wie konnte man das nur tun? Und wie konnten es die verantwortlichen Politiker nur zulassen?


Tja, und dann hat man auch einheimische Rohstofferzeugungen „absaufen“ lassen – wie jüngst beim Magnesium bekannt geworden. Im Jahr 2009 ist offensichtlich die letzte Magnesiumerzeugung hierzulande aufgegeben worden: zu teuer. Magnesium kam seither aus China. Ja aber die können plötzlich nicht mehr liefern – kein Strom.

Hopsala, was machen wir denn nun? Denn Magnesium braucht man nicht nur „für sich selbst“, sondern auch für die Herstellung von Aluminium als Legierungswerkstoff. Und dieses Aluminium braucht man sehr dringend für die Automobilindustrie. Bekommen wir es nicht, oder nicht in genügender Menge, wird die Autoproduktion sinken. Dann stimmt das alte Sprichwort vom Strick, den man verkauft hat und an dem man nun aufgehängt wird.


Was tun? Sicherlich gibt es einige Möglichkeiten was zu tun, umkonstruieren, so dass es auch mit anderen Werkstoffen geht, die Abbauflächen hier wieder in Gang setzen (das dauert, aber vielleicht ja doch, evtl. auch als Reserve, wenn es vielleicht was nutzt). Also selber was können hat einen großen Charme und nicht so abhängig sein von anderen.

Hoffen wir, dass die weltweiten Autokunden nicht gleich sauer werden und auch morgen noch Cars made in Germany kaufen wollen.


Hoffen wir auch, dass die nächste Generation an Managern verantwortlicher handelt. Dann wird alles schon wieder in die richtige Ordnung kommen.


Herzlichst Ihr

Karl Obermann



 



Es geht auch anders…

Zeigt der Bericht der Firma Meusburger, der uns kürzlich erreichte.


Die Industrie ist weiterhin mit erheblichen Lieferengpässen entlang der gesamten Wertschöpfungskette konfrontiert. Als Konsequenz steigen die Preise sowohl für Rohstoffe als auch für Handelswaren immer weiter an, begleitet von massiven Energie-, Fracht- und Transportkostenerhöhungen. Dies sorgt bei vielen Unternehmen für Unsicherheit. „Der anfängliche Optimismus aufgrund der guten Auftragslage vieler Firmen wird durch die Beschaffungskrise stark beeinträchtigt. Die aktuellen Lieferschwierigkeiten bremsen das wirtschaftliche Wachstum deutlich aus“, erklärt Guntram Meusburger, Geschäftsführer von Meusburger.


Großes Lager und hohe Eigenfertigung garantieren Lieferverfügbarkeit

Beim Normalienhersteller aus Wolfurt werden 100% der Platten eigengefertigt und Normplatten können direkt ab Lager versendet werden, was den Kunden entscheidende Vorteile bietet. Guntram Meusburger betont: „Wir haben weltweit das größte zentrale Normalienlager und bieten damit auch in herausfordernden Zeiten eine hohe Versorgungssicherheit. Unsere Kunden profitieren von einem erstklassigen Bestell- und Lieferservice und verlieren keine Zeit bei ihren Projekten. Um diesen Service weiterhin zu gewährleisten, müssen auch wir die erhöhten Kosten in Kauf nehmen.“ Somit kann Meusburger seine Lieferverfügbarkeit durchgehend aufrechterhalten. Der Anspruch ist, dass das auch so bleibt und die Lager weiter gefüllt werden können.

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