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  • AutorenbildKarl Obermann

HANNOVER MESSE 2024 – „Zugpferd des beginnenden Ausschwungs“

Mehr als 130.000 Besucher aus 150 Ländern, 4.000 Aussteller, 300 Start-ups und rund 3.000 wirtschaftspolitische Delegationen. Die Messe hat erneut bewiesen, dass sie die Beste ist in ihrem Umfeld. Ob die Messe wirklich in der Lage ist, den „Karren“ Deutsche Wirtschaft … und darüber hinaus noch Impulse zu setzen, wird sich noch zeigen. Nur mit dem Wettergott müssen sich die Messemacher noch besser stellen. Der lag genau daneben.

„Die HANNOVER MESSE 2024 war industrielles Kraftzentrum und technologische Zukunftsmesse in einem“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, im Rahmen der Abschluss-Pressekonferenz der HANNOVER MESSE 2024. „Industrielles Kraftzentrum, weil die Besucherinnen und Besucher Antworten auf die Frage fanden, wie sie Automatisierung, KI, Wasserstoff und viele andere Hightech-Lösungen in ihren Fabriken gewinnbringend einsetzen und damit fit für die Zukunft machen können. Technologische Zukunftsmesse, weil hier die Innovationen gezeigt wurden, die eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Industrie ermöglichen.“


Dr. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI und Vorsitzender des Ausstellerbeirates der HANNOVER MESSE, sagte: „In dem aktuell schwierigen konjunkturellen Umfeld ist die diesjährige HANNOVER MESSE ein wichtiger Stimmungsaufheller. Eindrucksvoll haben die Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie gezeigt, wie sich durch Innovationen, insbesondere auch durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, neue Handlungsoptionen eröffnen. Für mehr Klimaschutz, für mehr Effizienz bei Energieverbrauch und Ressourceneinsatz. Aber auch für mehr Optimismus. Große gesellschaftliche Herausforderungen wie die Eindämmung der Erderwärmung können wir zuversichtlich annehmen, wenn wir die richtigen Maßnahmen ergreifen und den Weg in Richtung Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung konsequent einschlagen. Die HANNOVER MESSE hat die Innovationskraft unserer Unternehmen erneut sichtbar gemacht und damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Industriestandorts geleistet.“


Die HANNOVER MESSE war in diesem Jahr auch die Plattform für Start-ups, die mit ihren Lösungen in die Industrie wollen. Mehr als 300 junge Unternehmen nutzten die Messe, um sich mit der Industrie zu vernetzen. Unterstützt wurde dies durch die gezielten Netzwerkangebote und Masterclasses der Messe. Köckler: „Unsere Startup-Offensive hat Früchte getragen. Der Austausch zwischen Startups, Investoren und Industrieunternehmen war deutlich intensiver als in den Vorjahren. Das bestärkt uns darin, dem Thema auf der HANNOVER MESSE 2025 noch mehr Raum zu geben“, so Köckler.


Die Transformation von analog nach digital geschieht immer schneller Quelle: Siemens
Die Transformation von analog nach digital geschieht immer schneller Quelle: Siemens

Wettbewerbsfähige Energiekosten, der Ausbau der digitalen Infrastruktur, schnelle Genehmigungsverfahren, ein Abbau überflüssiger Bürokratie und der Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte standen ganz oben auf der Agenda der mehr als 300 wirtschaftspolitischen Delegationen, die die Messe besuchten. Köckler: „Und auch hier gibt es Grund zur Zuversicht. Die Diskussionen haben gezeigt, dass Europa den Willen und die Kraft hat, sich seine Wettbewerbsfähigkeit zu erkämpfen und zu erhalten.“

Ein Paradebeispiel für die gesamteuropäische Zusammenarbeit war das diesjährige Partnerland Norwegen. Am Messedienstag stellte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gemeinsam mit dem norwegischen Energieminister Terje Aasland die Roadmap zur Wasserstoffkooperation vor. Deutschland und Norwegen werden eng zusammenarbeiten, um bis 2030 großvolumige Wasserstoffimporte aus Norwegen nach Deutschland und die dafür notwendige Wasserstoffinfrastruktur zu realisieren. Auf der HANNOVER MESSE unterzeichneten Unternehmen aus Norwegen und Deutschland Verträge über den Transport von Wasserstoff und das Einspeichern von CO2, dem sogenannten Carbon Capture and Storage (CCS).


Produktentwicklung in Zukunft anders

Stellen Sie sich vor, alle Beteiligten aus den Bereichen Konstruktion, Engineering, Simulation und Fertigung hätten über alle Phasen des Produktentwicklungsprozesses hinweg Zugriff auf Echtzeitinformationen mit effizienten und effektiven Prozessen für die Zusammenarbeit – alles in einer einheitlichen Umgebung. Die Plattformen bieten eine einheitliche Umgebung für die Entwicklung und Bereitstellung von Produkten, Dienstleistungen und Erlebnissen der nächsten Generation. Sie bringt multidisziplinäre Teams zusammen und ermöglicht die Kontinuität, die unverzichtbar ist, um komplexe und vernetzte Produkte schneller entwickeln zu können. Für parallel arbeitende Teams ist eine einheitliche Umgebung als zentrale Informationsquelle für das gesamte Unternehmen unerlässlich, um Ideen in innovative Produkte und Erlebnisse zu wandeln.


Wesentliche Vorteile:

  • Umstieg auf einen kollaborativen und integrierten Konstruktionsansatz

  • Beschleunigung des Produktentwicklungsprozesses

  • Verbesserung von Konstruktionsqualität und Herstellbarkeit

  • Anpassung an Kundenerwartungen hinsichtlich der häufigen Erneuerung von Produkten, Dienstleistungen und Erlebnissen

  • Verbesserte Konstruktionsqualität

  • Verbesserte Nutzung der Cloud


Erweiterte KI-Unterstützung

Das neueste Update für Solid Edge z.B. führt Konstruktionsroutinen ein, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Dies hilft, die Konstruktion durch Automatisierung von sich wiederholenden, häufig anfallenden Aufgaben zu beschleunigen.

Cloud-basierte Zusammenarbeit und umfassendere gemeinsame Datennutzung im Rahmen des Siemens Xcelerator as a service-Abonnements mit der Teamcenter Share-App.


Dieses Schiff für den America’s Cup wurde von Luna Rossa und Partnern bereits mit einer integrierten Konstruktions- und Simulationssoftware entworfen und optimiert. Bildquelle: Luna Rossa
Dieses Schiff für den America’s Cup wurde von Luna Rossa und Partnern bereits mit einer integrierten Konstruktions- und Simulationssoftware entworfen und optimiert. Bildquelle: Luna Rossa

Die künstliche Intelligenz (KI) unterstützten Konstruktionsfunktionen sind in mehreren wichtigen Erweiterungen zu finden. Beim Ersetzen von Teilen in einer Baugruppe kann die neue KI-Funktion für Baugruppenbeziehungen nun auf intelligente Weise Vorhersagen zu treffen und gültige Alternativen anbieten. Die KI-gestützte Benutzeroberfläche lernt die Nutzungsmuster des Anwenders, um relevante Befehle im richtigen Kontext am Cursor zu präsentieren. Schließlich führt eine neue, ebenfalls KI-unterstützte Bearbeitungsfunktion in Solid Edge CAM Pro den Benutzer durch den Bearbeitungsprozess und liefert Vorschläge auf der Grundlage der Bearbeitungsanwendung und des erlernten Stils der Teileprogrammierung.


Diese Aktualisierungen bauen auf den bereits im System vorhandenen intelligenten Modellierungsfunktionen auf. So erkennt und bewahrt beispielsweise Synchronous Technology in Echtzeit die Konstruktionsabsicht, selbst bei Modellen, die aus anderen Systemen stammen. Die generativen Funktionen von Solid Edge zur automatischen Konstruktion von Konzepten auf der Grundlage definierter geometrischer und funktionaler Beschränkungen können sich wiederholende Arbeiten überflüssig machen und die Konstruktion beschleunigen. Das ermöglicht es den Konstrukteuren und Ingenieuren, sich auf die eigentliche Entwicklung und Innovation zu konzentrieren.

„Solid Edge 2024 hilft uns, intelligenter und produktiver zu arbeiten“, sagt David Iverson, Ariel Corporation. „Die Integration von KI in unsere Konstruktionsprozesse wird die Zeit, die wir für langweilige Aufgaben aufwenden, reduzieren und uns mehr Zeit für die Dinge lassen, die Spaß machen.“


Das Foto zeigt einen Elektrolyzer von Sunfire, Dresen. Bildquelle: Sunfire
Das Foto zeigt einen Elektrolyzer von Sunfire, Dresen. Bildquelle: Sunfire

Wissen über Leichtbau

Der 5. Lightweighting Summit des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wurde am 23. April 2024 im Rahmen der HANNOVER MESSE ausgerichtet. Der Kongress widmete sich in diesem Jahr dem Thema „Leichtbau als Transformationstechnologie für die Ressourcenwende" und wird die bedeutete Rolle von Leichtbaukonzepten bei der Umstellung auf eine ressourceneffiziente Wirtschaft beleuchten. Eine erfolgreiche Ressourcenwende zielt darauf ab, Rohstoffe nachhaltig zu fördern, zu nutzen und anschließend in den Kreislauf zurückzuführen. Hierbei ist neben Leichtbau auch die Kreislaufwirtschaft von zentraler Bedeutung. Zu diesem Thema diskutierten sechs Expertinnen und Experten im Rahmen einer Podiumsdiskussion.


Die beiden Keynote-Vorträge gestalteten Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer Gesellschaf, sowie Prof. Dr.-Ing. Markus Milwich, Sprecher der Leichtbau-Allianz Baden-Württemberg. Neu waren fünf Pitches zum Thema Leichtbau, bei welchen verschiedene Unternehmen und Forschungseinrichtungen innovative F&E-Vorhaben aus dem Leichtbau präsentierten. Dr. Anna Kleissner, Geschäftsführerin der Econmove GmbH erstellt gerade für das BMWK das „Leichtbau Satellitenkonto“ für Deutschland, um die Bruttowertschöpfung und die Arbeitsplätze im Leichtbau für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sichtbarer und greifbarer zu machen.


In Hannover findet auch eine integrierte Job-Messe statt. Werkbild: HMI
In Hannover findet auch eine integrierte Job-Messe statt. Werkbild: HMI

Auf der HANNOVER Messe präsentierten rund 500 Unternehmen ihre Lösungen für die Erzeugung, den Transport, die Speicherung und den Verbrauch von Wasserstoff. Die Chancen für alle sind groß: Denn bis 2030 will die EU-Kommission in einem stufenweisen Ansatz Elektrolyseure mit einer Leistung von mindestens 40 Gigawatt installieren und 10 Millionen Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen.


Die Wasserstoffwirtschaft ist international und somit entstehen weltweit neue innovative Unternehmen. Auch im Südharz löste die Technologie einen Boom aus. Der Aussteller Maximator Hydrogen, ein Hersteller von Wasserstoff-Tankstellen, wächst seit Jahren und peilt im fünften Geschäftsjahr einen Umsatz von 50 Mio. Euro an. Es wird gebaut und Produktionsflächen werden ständig erweitert. Der Auftragsbestand liegt mittlerweile bei über 100 Mio. Euro.


Zahlreiche europäische Mittelständler profitieren von der Wasserstoffwirtschaft und entwickeln immer neue Lösungen für die Erzeugung, die Infrastruktur, den Transport, die Speicherung und Betankung mit Wasserstoff. Rund 300 Aussteller zeigten allein auf der Hydrogen + Fuel Cells EUROPE im Rahmen der HANNOVER MESSE ihre Lösungen, darunter namhafte Unternehmen wie Bosch, Iberdrola, Schaeffler, Siemens, Linde und Emerson. Die Wasserstoffwirtschaft denkt international.

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