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  • AutorenbildKarl Obermann

Moulding Expo 2023 – Klein, aber oho

Nach Corona-bedingter Pause, fand die Spezialmesse für den Werkzeug- und Formenbau 2023 erneut in Stuttgart statt. Obgleich alles in einer Halle abgehandelt werden konnte, spricht man von der bedeutendsten Messe dieser Art in Europa. Alle Teilbereiche dieser Branche jedenfalls waren vertreten.

Nach vierjähriger Pause feierte die Moulding Expo vom 13. bis 16. Juni 2023 ihr Comeback. Werkbild: Landesmesse Stuttgart.
Nach vierjähriger Pause feierte die Moulding Expo vom 13. bis 16. Juni 2023 ihr Comeback. Werkbild: Landesmesse Stuttgart.

Der Werkzeug- und Formenbau ist eine Schlüsselbranche. Was hier in Sachen Präzision und Vielfalt nicht erbracht wird, kann in der Industrie nicht umgesetzt werden. Also lohnt es sich nach dem Besten zu schauen, was man so bekommen kann. Das betrifft die Werkzeugmaschinen, die Werkzeughalter und die Werkzeuge selbst. Ja, und natürlich spielen die Werkstoffe eine Rolle. Um diese Transparenz herzustellen, waren rund 375 Unternehmen am Neckar vertreten und trafen letztendlich ca. 6.000 Besucher.


All das konnte in einer Halle in Stuttgart abgehandelt werden – wenn auch in der größten: Die Halle 1 dort ist rund dreimal so groß wie die anderen.

Eine Stimme aus der Branche: „Die räumliche Nähe der Werkzeug-, Modell- und Formenbauer sowie der Zulieferer, brachte eine wirkungsvolle Konzentration fachspezifischer Ansprechpartner. Das wiederum wirkte sich positiv auf die Qualität der Gespräche aus. Für uns steht damit fest, dass wir auch 2025 wieder auf der Moulding Expo mit einem Stand vertreten sein werden“, so Joachim Seele, Leier Technical Sales & BDS, GF Machining Solutions GmbH.


„Wir konnten uns auf der Moulding Expo vor allem mit Entscheidungsträgern austauschen. Oftmals waren die Gespräche mit einem direkten Projektstart verbunden. Zudem haben wir die Möglichkeit genutzt, neue Technologien kennenzulernen. Als Aussteller der ersten Stunde freuen wir uns bereits jetzt auf die nächste Moulding Expo in 2025“, so Robert Wehl, CEO bei der Wehl & Partner GmbH.


An 4 Tagen kam der Werkzeug-, Modell- und Formenbau in der größten Halle der Messe Stuttgart zusammen. Werkbild: Landesmesse Stuttgart
An 4 Tagen kam der Werkzeug-, Modell- und Formenbau in der größten Halle der Messe Stuttgart zusammen. Werkbild: Landesmesse Stuttgart

Angrenzende Länder haben mitgespielt

Wie schon öfter in diesem Magazin dargelegt, der Austausch mit unseren Nachbarländern ist sehr wichtig. Da lässt sich noch einiges "herausholen".

Der internationale Anteil bei der Moulding Expo betrug 36% bei den Ausstellern, bei den Besuchern waren es immerhin 20%. „Die Moulding Expo ermöglichte uns in einer einzigartigen Weise den schnellen und kompetenten Kontakt zu bestehenden und neuen Kunden, im deutschen und mittlerweile auch europäischen, Raum für Werkzeug- und Formenbau herzustellen. Vor allem die steigende Anzahl der Kontakte aus Portugal, Österreich, der Türkei und Osteuropa, war deutlich zu spüren“, berichtet Stephan Berz, Vice President Oerlikon HRSflow Sales.


Einige Beispiele

Die Besucher wollten vor allem Neues – bitte schön – man konnte es haben. Natürlich wird es in wenigen Wochen auf der EMO mehr Werkzeugmaschinen zu stehen geben, jedoch eine Reihe solcher waren auch in Stuttgart zu sehen. Leider können sie hier nicht alle dargestellt werden, aber besondere schon.


So wählen wir hier Maschinen vom japanischen Mittelständler Matsuura aus. Matsuura hatte bislang schon sehr beeindruckende Maschinen für Fräsen und Drehen etc., und zwar vertikal. Nun hat man seit einiger Zeit auch Hybrid-Maschinen im Programm.

Hybrid deshalb, weil die „Lumex“ sowohl Metall drucken können, als auch gedruckten Produkten eine klassische Bearbeitung zukommen lassen können.


Trends und Neuheiten der Branche wurden präsentiert und diskutiert. Werkbild: Landesmesse Stuttgart
Trends und Neuheiten der Branche wurden präsentiert und diskutiert. Werkbild: Landesmesse Stuttgart

Prominent vertreten war auch das Unternehmen Paul Horn GmbH. Obwohl man dort zur gleichen Zeit Technologietage in Tübingen durchgeführt hat, hatte man in Stuttgart einen anschaulichen Stand realisiert. Im Mittelpunkt standen herausragende Neuheiten wie etwa polierte Spanflächen für das System 409. Das patentierte Tangentialfrässystem M409 von Horn überzeugt durch seine Wendeschneidplatten in rhombischer Form. Die präzisionsgeschliffenen Schneidplatten des Typs 409 erreichen eine hohe Oberflächengüte am Nutgrund und an den Flanken. Positive Span-und Axialwinkel sowie eine Freiflächenfase sorgen für einen stabilen Keilwinkel und einen besonders ruhigen Fräsprozess.


Das System gewährleistet auch bei angetriebenen Werkzeugrevolvern, sowie auf leistungsschwächeren Maschinen ein hohes Zeitspanvolumen. Zusammen mit der inneren Kühlmittelzufuhr deckt das Tangentialfrässystem ein breites Anwendungsspektrum ab und erhöht dadurch die Leistung und Flexibilität.

Speziell für den Einsatz in Aluminiumlegierungen, sowie für das Fräsen von Kunststoffen, bietet Horn die Wendeschneidplatten nun auch mit einer polierten Spanfläche lagerhaltig an. Um der Bildung von Aufbauschneiden entgegenzuwirken, sind die Spanflächen der vierschneidigen Schneidplatte poliert. In Verbindung mit der positiven Spanformgeometrie erzeugt die schleifscharfe Schneidkante einen weichen Schnitt und hohe Oberflächengüten. Die spezielle Schneidstoffsorte ist für den Einsatz für die Zerspanungshauptgruppe ISO N ausgelegt. Die Schneidplatten sind in allen Fräskörpervarianten verwendbar.


Das patentierte Tangentialfrässystem M 409, der Paul Horn GmbH, überzeugt, durch seine Wendeschneidplatten in rhombischer Form. Werkbild: Horn/Sauermann.
Das patentierte Tangentialfrässystem M 409, der Paul Horn GmbH, überzeugt, durch seine Wendeschneidplatten in rhombischer Form. Werkbild: Horn/Sauermann.

Das Polygondrehen -eine Spezialität

Polygondrehen sieht man nicht allzu oft auf der Maschine, da der Prozess und die Funktion häufig nicht bekannt sind. Die Herausforderung hierbei ist die Synchronisation der Achsen. Synchronisation spielt eine immer zentralere Rolle in der Zerspanung und moderne Maschinenkonzepte lassen solche komplexen Prozesse auch zu.

Mittels axialem Vorschub bieten die Werkzeuge der Paul Horn GmbH die Möglichkeit, regelmäßig unrunde Konturen auf Drehmaschinen herzustellen. Dieses Verfahren erleichtert beispielsweise die Herstellung von Polygonformen.


Im Einsatz stehen die Achsen des Werkstücks und des Werkzeugs zueinander versetzt und sind in ein bestimmtes Drehzahlverhältnis gebracht. Der Prozess und die dazugehörigen Werkzeuge eignen sich sowohl für die Außenbearbeitung als auch für die Innenbearbeitung. Der Achsversatz, das Drehzahlverhältnis von Werkstück zu Werkzeug und der Flugkreis der Schneide definieren die Abmessung der Kontur. „Ein Werkzeugsystem zum Polygondrehen ist individuell auf die jeweils herzustellende Kontur des Werkstücks abgestimmt. Diese Auslegung des Werkzeugs findet bei Horn in der Konstruktion statt. Dort gibt es entsprechende Berechnungstools, mit denen solche Werkzeuge berechnet werden können“, ergänzt Philipp Dahlhaus, Leiter Produktmanagement bei Horn.


CAD/CAM nur eine Randnotiz

Das einstmals so gefragte Thema ist wohl alltäglich geworden und daher nur noch wenig gefragt. Dabei gäbe es vieles zu berichten und zu zeigen. Beispielsweise die Konfiguration, auch in Verbindung mit den speziellen Systemen für diese Branche. Nicht zu unterschätzen die Simulation. Simulieren, simulieren, simulieren, bis Du wirklich weißt, wie Dein Produkt funktioniert – auch im Detail. Möglicherweise wird man hierzu auf den kommenden Messen mehr finden.

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