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  • AutorenbildKarl Obermann

Kooperation statt Konfrontation

Kleine und mittlere Unternehmen sind flexibler als große, was einen echten Vorteil darstellt. Nur können sie eben nicht immer alles machen. Da hilft es dann sehr, wenn sie mit Kollegen kooperieren, Synergien nutzen, statt sich aneinander abzuarbeiten. Das in etwa war das Thema der 8. Netzwerkveranstaltung von Tebis Consulting, die am 18. April stattfand.

Tebis Consulting hatte interessante Köpfe als Referenten eingeladen, darunter die Rechtsanwältin Alexandra Belegante, ehemalige Hauptgeschäftsführerin und Lobbyistin, Tarifverhandlungsführerin, Speakerin und Autorin.


Gemeinsam sind wir stärker


„Gemeinsam sind wir stärker – So schaffen Unternehmen und Zulieferer im Werkzeug-, Modell- und Formenbau echte Synergien“ – unter diesem Motto stand die aktuelle Netzwerkveranstaltung von Tebis Consulting. Neben Dr. Jens Buchert waren auch Ing. Paul Bruckberger MA, Geschäftsführer von linx4 und Andrea Belegante, ehemalige Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Systemgastronomie, geladen, um branchenübergreifend verschiedene Konzepte zu erörtern. Tebis-Consulting-Leiter Jens Lüdtke moderierte die Veranstaltung.



Jens Lüdtke, Leiter Tebis Consulting, glaubt, dass Kooperation ein wichtiger Stellhebel für den Erfolg ist.
Jens Lüdtke, Leiter Tebis Consulting, glaubt, dass Kooperation ein wichtiger Stellhebel für den Erfolg ist.


Individuelle Lösungen und Tatkraft als Stärke kleiner Unternehmen


In seiner Key Note referierte Paul Bruckberger über Pay-per-Use-Modelle und wie sie den Unternehmen der Branche zur Minimierung von Risiken und zu mehr Flexibilität verhelfen. linx4 bietet eine entsprechende Pay-per-Use Finanzierung an. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen linx4 und jeweils einem Maschinenhersteller und einem Maschinenbetreiber. Der Dienstleister finanziert dabei die Maschine, so dass der Hersteller den Vollbetrag erhält, während der Betreiber wiederum nur für die tatsächlich genutzten Maschinenlaufzeiten zahlt. „Wenn alles nach Plan läuft, kommt der Maschinenbetreiber in Summe mit einem Kredit von der Bank günstiger weg – aber darum geht es nicht“, führt Bruckberger aus. „Das Modell dient der Krisenbewältigung: in schlechten Zeiten, wenn die Maschinen aufgrund fehlender Aufträge stillstehen, ist der Betreiber deutlich entlastet.“ Das Konzept kann Unternehmen somit einen Teil des Risikos nehmen und ihnen helfen, langfristig am Markt zu bestehen. Allerdings räumt Bruckberger auch ein, dass es sich nicht für jeden eignet: „Als Maschinenbetreiber muss man bereit sein, Informationen abzugeben. Damit das Modell funktioniert, ist es unerlässlich, dem Maschinenhersteller auch bestimmte Nutzungsdaten zugänglich zu machen – das möchten nicht alle Unternehmen.“ Wichtig sei deshalb, immer anhand konkreter Anwendungsfälle abzuwägen.


Wichtig sei es dabei, Partner langfristig an sich zu binden: „Und wenn einmal etwas nicht klappt, entwickle ich lieber kreative Lösungen, als zu anderen Unternehmen abzuwandern“, erklärt der Unternehmer. Dafür ist auf allen Seiten Offenheit und Flexibilität Grundvoraussetzung – wie gut gemeinsame Krisenbewältigung funktioniert, hängt stark von der Firmenstruktur des jeweiligen Partners ab: „Die Stärke kleiner Unternehmen ist es, individuelle Modelle zu schaffen. Das ist ein großer Vorteil, der mehr genutzt werden muss“, so Buchert. Sein Aufruf deshalb: Tatkräftig sein! „Langfristige Pläne gehen im Alltagsgeschehen oft einfach unter, darum sollte man lieber kurzfristige Projekte einfach mal ausprobieren und umsetzen.“


Wie andere Branchen mit dem Thema umgehen, weiß insbesondere Andrea Belegante. Verantwortliche großer Fast-Food-Ketten direkt an einen Tisch zu bringen, ist in der Systemgastronomie z. B. auf der Plattform des Verbandes möglich. „Trotz der Konkurrenz wissen alle, dass sie nun einmal in einem Boot sitzen und die Herausforderungen der Zeit gemeinsam stemmen müssen“, sagt Belegante. „Eine Branche muss sich als Wertegemeinschaft verstehen, die füreinander einsteht.“ Ein geschlossenes Auftreten gegenüber der Politik ist dabei ein entscheidender Stellhebel: „Für uns mag es selbstverständlich erscheinen, welche Themen unsere jeweiligen Branchen umtreiben – für die Politik und die Öffentlichkeit ist es das nicht. Deswegen ist Sichtbarkeit entscheidend.“ Den Unternehmen im Werkzeug-, Modell- und Formenbau rät sie außerdem, offen für Veränderungen zu sein. „Wir leben in einer Welt, die niemals wieder sein wird wie zuvor. Das ist eine Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine Chance.“ Dabei fügt sie aber auch hinzu: „Allein die Tatsache, dass ich heute hier mit dabei bin, ist wohl der beste Beweis, dass die Branche durchaus bereit ist, über den Tellerrand hinauszublicken.“



Andrea Belegante, u. a. Rechtsanwältin, betrachtet die Technikwelt aus anderer Perspektive.
Andrea Belegante, u. a. Rechtsanwältin, betrachtet die Technikwelt aus anderer Perspektive.


Nach Ende der Podiumsdiskussion standen die Experten in Breakout Rooms für weiterführende Fragen des Publikums zur Verfügung. „Der spannende Austausch hat gezeigt, dass Kooperationen definitiv ein wichtiger Stellhebel für den Erfolg produzierender Unternehmen sein können“, fasst Lüdtke zum Schluss zusammen. Eine konkrete Idee kam dabei auch aus dem Publikum: Ein Online-Forum für den gemeinsamen Austausch beispielweise, um bei Maschinenausfällen kurzfristig Produktionskapazitäten von Nachbarunternehmen nutzen zu können. „Eine Idee, die wir auf jeden Fall weiterverfolgen sollten“, erklärt Lüdtke. Vielleicht gibt’s auf der nächsten Tebis-Consulting-Netzwerkveranstaltung im Herbst hierzu bereits etwas zu berichten....


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