• Karl Obermann

Nicht zu fassen

Es hat ja schon etliche Versuche gegeben, die Mitteleuropäer – gerade auch die Deutschen – dazu aufzufordern, besser Amerikaner oder besser Chinesen zu werden: „Macht alles schön wie die, dann ist Eure Zukunft gesichert.“ Keiner dieser Versuche hat gefruchtet – zum Glück. Denn das können wir genau nicht sein, Chinesen oder Amis.

Unsre kleinteilige Wirtschaft hat seit Jahrtausenden funktioniert, sie wird es auch zukünftig. Sie bringt hervorragende Produkte hervor und sie ist anpassungsfähig genug, rechtzeitig für Veränderungen zu sorgen.


Da scheinen mal wieder einige Wissenschaftler den Auftrag bekommen zu haben, für die Bundesregierung aufzuschreiben, wie wir denn künftig wirtschaften sollen. Und weil sie es wohl selber nicht wissen, haben sie eben bei den Amerikanern und Chinesen nachgeschaut wie die es machen.


„Aber wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.“


Wer kauft – abgesehen von Computern, und Weppens – Produkte in den USA? Fotoapparate, Uhren, Waschmaschinen, Füllhalter, Autos usw., kaum einer. Sie sind nicht immer auf dem neuesten Stand und die Qualität fraglich. Und bei den Chinesen, die versuchen dieses System nachzumachen, sieht's schlimmer aus. Wer will noch mal, wer hat noch nicht, nimm 2, dann haste länger was davon!


Das soll uns nun wieder angepriesen werden. Diesmal Huckepack mit der „Plattformökologie“. Diese große Plattformen mit ihren Satelliten, die bringen es, die machen alles platt und reißen alles an sich. Also Zukunft.


Glauben wir aber nicht.


Sie sind nicht flexibel, sie sind nicht innovativ, sie haben keinen Spaß daran, irgendetwas wirklich fein zu machen. Dass ausgerechnet der VDW dies mit einer Presseinformation bekannt macht, wundert einen doch sehr.


Ihr wollt doch sicher nicht die wunderbaren Werkzeugmaschinen Made in Mitteleuropa gegen deren Kisten tauschen?


Gut, zum Schluss wird noch Kooperation als Möglichkeit eingeführt. Kooperieren kann man ja, wo's sinnvoll ist. Tut man ja auch schon. Denkt mal an Siemens und die Werkzeugmaschinenindustrie.


Ansonsten werden sich die Inhalte ändern, aber wie man es tut, bleibt mehr oder minder Made in Germany. Dann klappt es!


Herzlichst Ihr

Karl Obermann

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